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Etappe 2: Garmisch - Kühtai

Wettersteingebirge: Die Etappe mussten wir wegen hoher Lawinengefahr und schlechtem Wetter ausfallen lassen. Geplant war: Garmisch Bahnhof (700m) -> mit der Zahnradbahn zum Zugspitzplatt (2600m) -> Gatterl (2050m) -> Brand (2100m) -> Ehrwald (1000m) -> mit dem Taxi zur Talstation Biberwier (1100m) -> Lift zum Alten Joch (1840m) -> Hülltörl (2126m) -> Gamsanger (1740m) -> Stöttltörl (2023m) -> Obermieming (900m) -> mit dem Taxi ins Kühtai (1950m)

Gehzeit: - Etappe 2
Mittagspause: -
Höhenmeter im Aufstieg: -
Höhenmeter als Skiabfahrt: -
Download GPS-Daten: gps-data
Download kml-Datei: kml-file
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Nach gutem Frühstück ziehen wir zum Bahnhof in Garmisch, holen dort die für uns reservierten Karten für die Zahnradbahn ab und steigen als einzige Skifahrer in den Zug ein. Skibetrieb ist am Platt heute keiner. Wir wollen uns die Situation vor Ort ansehen. Ist eine Abfahrt zum Gatterl mit anschließender Querung möglich? Die gefallenen Schneemengen sind lokal sehr unterschiedlich, die Sicht ebenfalls. Je höher wir kommen umso schlechter ist das Wetter. Oben an der Bahn ist WHITE-OUT. Wir fragen hier, wir fragen da – nix genaues weiß man nicht. Draußen räumen sie gerade um das Gebäude herum den Schnee weg. Wir machen eine Planungsbesprechung bei frischem Kaffee und dann noch eine MYSSY-Fotosession (www.myssy.fi).
Wie weiter? Wenn die Sicht unten auf Höhe Gatterl besser wäre, wollen wir wenigstens bis hin gehen und dort die Schneesituation begutachten. Sollte es dort katastrophal sein, können wir entlang der Lifttrassen ohne Probleme zurück zur Bergstation finden. Also los, wir spielen draußen weiter...
Wir fahren ein paar Höhenmeter auf der Piste ab. Uns kommt ein Pistenbulli entgegen den wir anhalten und fragen wie unten die Sichtverhältnisse sind. Etwas besser meint er, aber wir sollen warten, sein Boss will uns noch was sagen. Der kommt von oben mit einem anderen Bulli angebraust. Seine Tür fliegt auf und der Wind frischt noch mal deutlich auf. Wie wir denn auf die Idee kämen, wo wir hinwollten und wir sollen uns oben bei ihm im Betriebsleiterbüro melden. Wumms, war die Tür wieder zu, der Wind wieder etwas schwächer!
Auffellen und 100 Höhenmeter zurück nach oben. Der Schnee wäre ja schon toll...
Die Tür zum Betriebsleiterbüro steht schon offen. Wir lassen nochmals eine Schimpf- und Vorwurfstirade über uns ergehen. Ob wir die Schilder nicht gesehen hätten. Es würde am Seil präpariert und Lawinen abgesprengt! Julia rempelt mich andauernd um mich zurückzuhalten, denn die Schilder gaben zumindest den Sprengbetrieb nicht her. Aber was soll es. Der arme Kerl hat die Verantwortung, hat wohl nicht mit so Verrückten wie uns gerechnet und hat somit keine offizielle Sperrung des Platt per Landratsamt beantragt. Ist auch unser Glück, sonst hätte er unser „Vergehen“ offiziell melden müssen.
Danach gibt’s noch mal ein koffeinhaltiges Heißgetränk und wir entscheiden diese Etappe komplett zu umfahren. Also erstmal ins Tal.
Gar nicht so leicht, denn wir hatten nur Bergfahrten gesponsert bekommen. Paul und die Mädels überzeugen den netten Herrn am Drehkreuz und so sitzen wir in der Zahnradbahn mit Blick ins Tal, ähm Tunnel.
Es springt noch ein deftiger Mann mit Betriebskleidung und Rucksack in unser Abteil.
Wie sich herausstellt der Sprengmeister, der seit heute morgen um 6 Uhr mit viel Wumms versucht hatte den Neuschnee in die Richtung zu treiben in der wir uns bewegen wollten. Der sah unsere Absicht als gar nicht so schlimm an, denn heute hätte er eh sauviel Sprengstoff gebraucht (200kg) und es wäre nicht viel abgegangen.
Unten in Garmisch am Bahnhof ist das Wetter nicht mehr so schlimm, aber die Entscheidung wurde uns ja abgenommen.
Um jetzt ins Kühtai auf die Dortmunder Hütte zu kommen checken wir Zug- und Busverbindungen. Im verqualmten Internet-Cafe um die Ecke finden wir einen Bus von Innsbruck ins Kühtai um 16:00 Uhr. Gratis wenn es eine Übernachtungsanreise ist. Das sollte also klappen. Und einen Zug haben wir auch der uns mit 0,5h Vorsprung nach Innsbruck bringen soll.
Es bleibt Paul und mir Zeit den Herrn Conrad in Garmisch zu besuchen und ihn davon zu überzeugen Paul’s Steighilfe auf Kulanz auszutauschen und mir eine neue Skibrille zu verkaufen, da er ja eh so viele im Laden hat.
Wenigstens ausrüstungstechnisch wieder voll auf der Höhe hocken wir also im Zugabteil, die geistige Zielrichtung von Zugspitze auf Kühtai gestellt und sind guter Dinge.
Der Abfahrtszeitpunkt geht, die Verspätungsdurchsage kommt und unser Tagespech bleibt. Kurz drauf die Gewissheit: wegen Stellwerkschadens/Rechnerausfall geht die nächsten 1-2 Stunden kein Zug aus Garmisch raus. Dies wäre zu spät für uns.
Jetzt aber flott. Paul organisiert ein Taxi für uns vier schwer beladene und Julia gibt die Zugtickets zurück. Alle Türen zu und uns bleiben 1h10 bis Innsbruck.
Die Taxifahrerin hinterlässt bei uns einen bleibenden Eindruck, wenn nicht sogar einen Schaden. Ihren tausend Handy-Telefonaten zu entnehmen verpennt Ihr Mann gerade eine wichtige Fuhre, das Telefon daheim ist nicht aufgelegt und sie muss alles retten. Wir wollen bis an den Gardasee, fahr uns bloß nicht in den Graben, geht mir durch den Kopf. „Wissen’s mein Mann der ist so blöd, da brauchen wir uns gar nichts vormachen....“. Paul sitzt am Beifahrersitz und es ist ein Wunder, dass ihm das linke Ohr nicht abgefallen ist. Wenn wir in 10min nicht am Bahnhof in Innsbruck sind, dann ist unser Bus nach Kühtai weg, da mache ich mir nix vor. Fünf Minuten vor Abfahrt sind wir dort, der Abschied mit der Taxi-Fahrerin ist kurz und für immer. Wir klettern in den Bus, der auf dem Weg durch Innsbruck voll wird und dann die lange Strecke nach Kühtai antritt.
Die Endstation ist Dortmunder Hütte, der Busfahrer trinkt dort erstmal einen Kaffee.
Nein, so hab ich mir die zweite Etappe nicht vorgestellt. Von der vielen Rumhockerei hab ich Kreuzweh, die Laune ist mittel und der Wetterbericht sagt auch nichts wahnsinnig tolles voraus.
Das Lager in der Dortmunder Hütte ist ein Kellerverlies mit Leitungen und Rohren an der Decke und lauten Pistenskifahrer in den Betten.
Also den Blick nach vorn richten. Wir planen den nächsten Tag. Bekanntes Gelände für Paul und mich. Die Finstertaler Scharte wird wohl die Schlüsselstelle werden. Der Hang ist steil, wir kommen von Norden und die letzten Tage war Schneefall mit starkem Südwind.

Autor: Wolfgang Leistner weiter zur nächsten Etappe >>


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Etappe 1: Eschenlohe - Garmisch
Etappe 2: Garmisch - Kühtai
Etappe 3: Kühtai - Winne- bachseehütte
Etappe 4: Winnebach- seehütte - Sölden
Etappe 5: Sölden - Vernagt-Hütte
Etappe 6: Vernagt-Hütte - Hochjoch Hospiz
Etappe 7: Hochjoch Hospiz - Similaunhütte
Etappe 8: Similaunhütte - Zufallhütte
Etappe 9: Zufallhütte - Cogolo
Etappe 10: Cogolo - Breguzzo
Etappe 11: Breguzzo - Garda